Kustermanns bemerkenswerter Auftritt

Kustermanns bemerkenswerter Auftritt

20. Spieltag Landesliga SW: FC Gundelfingen – SC Ichenhausen 2:0

Oliver Unsöld musste schon etwas geahnt haben. Als der Trainer des Fußball-Landesligisten SC Ichenhausen vor dem Anpfiff durchs Schwabenstadion ging, in dem er selbst zwei Jahre lang für den FC Gundelfingen auflief, da lautete seine Prognose über die Erfolgsaussichten beim Tabellenführer: „Heute kriegt ihr drei weitere Punkte dazu.“ Am Ende sollte er recht behalten, der FCG gewann das Derby wie schon in der Hinrunde mit 2:0 (0:0), doch das Ergebnis spiegelt die Kräfteverhältnisse in dem bemerkenswerten Duell diesmal nur bedingt wieder.

Die wichtigste, weil fairste Aktion des umkämpften Nachbarschaftsduells lässt sich nämlich aus der reinen Statistik nicht herauslesen – und sie lieferte reichlich Gesprächsstoff. „Ganz großer Sport, ein Riesenkompliment an Kilian Kustermann. Das habe ich ihm gerade schon persönlich gesagt“, urteilte etwa Gundelfingens Trainer Martin Weng über den Auftritt des SCI-Stürmers nach 54 Minuten. Die dessen Trainer Unsöld mit „zwar bitter in unserer Situation, aber das ist echtes Fairplay“ kommentierte. Zu dem Zeitpunkt stand es 0:0, die Königsblauen hatten einen starken Auftritt hingelegt und der FCG hätte sich über einen Rückstand nicht beklagen dürfen. Der drohte nach dem Zweikampf zwischen Gundelfingens Verteidiger Fabio Kühn und Kustermann am rechten Strafraumrand mehr denn je. Kühn wollte mit dem langen Bein klären, riss dabei ein großes Stück Rasen heraus und Kustermann ging zu Boden. Schiedsrichter Rico Spyra entschied auf Elfmeter und zeigte Kühn die gelbe Karte, da griff Kustermann ein und erklärte, dass er nicht durch ein Foul ins Straucheln gekommen war. Eine bemerkenswerte Aktion, die nicht bei allen Ichenhausern gut ankam, wie die Diskussionen der Verantwortlichen nach dem Schlusspfiff deutlich zeigten, denn die Konsequenz war: Kein Strafstoß für den SCI, stattdessen Abstoß für den Spitzenreiter.

„Ichenhausen war über weite Strecken des Spiels besser, präsenter und uns fehlte der Mut“, analysierte FCG-Coach Weng, und Unsöld urteilte durchaus zurecht, „dass hier nicht zu erkennen war, dass Gundelfingen der Tabellenführer ist.“ Und doch zeigte der Ligaprimus dann ein paar Qualitäten, die ihn an die Spitze gebracht haben. Da war zum einen, dass die Defensivarbeit über weite Strecken funktionierte, lediglich unmittelbar vor der Pause musste Torhüter Dominik Dewein beim Schuss von Andreas Beckmann mit einer Glanzparade tätig werden, zum anderen entschieden die Grün-Weißen die Partie innerhalb von vier Minuten für sich.

Ganz unbeteiligt war der Gegner daran allerdings auch nicht. Nach 75 Minuten fand Manuel Müller bei einem Eckball die Stirn von Fabio Kühn, dessen Kopfballstärke kein allzu gut gehütetes Geheimnis in der Liga ist. Die Ichenhauser hatten dies jedoch vergessen und so segelte SCI-Keeper Liridon Rrecaj vergeblich Richtung Kreuzeck, wo der Ball zum 1:0 einschlug. Vier Minuten später drängte sein Verteidiger Benjamin Sturm mit viel Körpereinsatz FCG-Stürmer Jonas Schneider ab, Rrecaj begrub den Ball unter sich. Eigentlich war die Situation damit bereinigt, doch Sturm trat im Liegen noch Richtung Schneiders Unterleib. Die Folge war ein Platzverweis plus Elfmeter für die Gundelfinger, den Manuel Müller zum 2:0 verwandelte. Nicht das 2:0, wohl aber das Verhalten seines Routiniers Sturm brachte Unsöld in Rage: „Das geht überhaupt nicht, das war für mich spielentscheidend. Mit elf Mann hätten wir noch die Chance gehabt, das 1:1 zu machen. Notfalls hätten wir am Schluss Harakiri gespielt und alles nach vorne geworfen. Aber mit dem Platzverweis und dem Elfmeter war alles kaputt.“

 

FC Gundelfingen – SC Ichenhausen 2:0 (0:0)

FC Gundelfingen: Dewein – Grötzinger, Brugger, Kühn, Reutter, Weichler – Noller (79. Fink), Braun, Müller (89. Zeyer) – Schmid, Schneider (84. Ost)
SC Ichenhausen: Rrecaj –Dopfer (81. Schaab), Ocker, Strohhofer, Sturm – Fischäß, Beckmann, Heckelmüller, Maurer –Kustermann, Nickel (88. Sigl)
Schiedsrichter: Spyra (FC Erding)
Tore: 1:0 Kühn (75.), 2:0 Müller (79./Foulelfmeter)
Gelbe Karten: – / Heckelmüller, Sturm
Rote Karte: Sturm (78./Ichenhausen)
Zuschauer: 540

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Die restlichen Spiele in der Statistik

VfR Neuburg – FC Ehekirchen 2:0 (0:0)
Tore: 1:0 Abou Khalil (79./Foulelfmeter), 2:0 Belousow (90.+6) – Gelb-Rot: Ledl (64.), Mayr (86.), Schröttle (90.+2/alle Ehekirchen) – Bes. Vorkommnis: Denz (Neuburg) scheitert mit Handelfmeter an TW Lenk (66.) – Zuschauer: 690

SpVgg Kaufbeuren – SV Bad Heilbrunn 1:2 (0:0)
Tore: 1:0 Mahde Majid (48.), 1:1 B. Specker (59.), 1:2 M. Specker (65.) – Gelb-Rot: Wollens (61./Kaufbeuren) – Zuschauer: 100

SC Olching – VfB Durach 1:1 (0:0)
Tore: 1:0 Ngu’Ewodo (53./Handelfmeter), 1:1 Settele (89.) – Zuschauer: 180

FC Memmingen II – 1. FC Garmisch-Partenkirchen 5:2 (1:1)
Tore: 1:0 Kugelmann (17.), 1:1 Kunzendorf (33.), 2:1 M. Boyer (49.), 3:1 Sarici (53.), 3:2 Müller (55.), 4:2 Kugelmann (59.), 5:2 M. Boyer (76.) – Zuschauer: 50

TuS Geretsried – FC Kempten 3:2 (1:2)
Tore: 0:1 Rathgeber (7.), 1:1 Herberth (13.), 1:2 Rathgeber (30./Foulelfmeter), 2:2 Ivkovic (55.), 3:2 Herberth (82.) – Gelb-Rot: Jörg (90.+4/ Kempten) – Zuschauer: 120

SV Mering – TSV Gilching-Argelsried 2:1 (0:1)
Tore: 0:1 Häusler (34.), 1:1 Wiedemann (47.), 2:1 Gärtner (90.+3/Foulelfmeter) – Rote Karte: Adam (90.+2/Gilching) – Zuschauer: 130

TSV Jetzendorf – 1. FC Sonthofen 1:2 (1:1)
Tore: 0:1 Klauser (10.), 1:1 Dietrich (44.), 1:2 Mürkl (84.) – Zuschauer: 250